Kinder

Reflexintegration für Kinder

Wenn Lernen anstrengender ist als es sein müsste.

Manche Kinder möchten lernen – und trotzdem fällt es ihnen schwer, ruhig zu sitzen, sich zu konzentrieren, sauber zu schreiben oder Bewegungsabläufe sicher auszuführen.

Andere wirken häufig unruhig, reagieren schnell impulsiv oder ermüden beim Lernen besonders schnell.

Hier kann es sinnvoll sein, nicht nur auf das Verhalten zu schauen, sondern auch die körperlichen Grundlagen von Bewegung und Lernen in den Blick zu nehmen.

Was sind frühkindliche Reflexe?

Die ersten Bewegungen eines Babys werden von unwillkürlich erfolgenden frühkindlichen Reflexen bestimmt. Sie sind von enormer Bedeutung für die Entwicklung des Kindes und sorgen für den Aufbau stabiler Nervenverbindungen zwischen den einzelnen Gehirnarealen. Des Weiteren sind sie für die Entwicklung des Muskeltonus im Körper verantwortlich, damit wir laufen und gehen können. Sobald ein Reflex seine Aufgabe erfüllt hat, muss er sich zurückbilden.

Wenn frühkindliche Reflexbewegungen jedoch noch ganz oder teilweise aktiv sind, können sie jederzeit ungeplant ausgelöst werden und verursachen meist unwillentliche Restmuskelreaktionen. Das Nervensystem kompensiert diese Bewegungen mehr oder weniger gut. Dennoch irritiert der Reflex das Gehirn, bindet Aufmerksamkeit und kostet auf diese Weise Zeit und Kraft. Eine fehlende Reifung der Gehirnareale kann oft der Grund für spätere Lern- und Verhaltensauffälligkeiten sein.

Für wen kann Reflexintegration interessant sein?

Zum Beispiel:

  • Schwierigkeiten bei der Konzentration
  • motorische Unsicherheiten
  • Probleme bei der Feinmotorik
  • Schwierigkeiten beim Schreiben
  • häufige Unruhe
  • Schwierigkeiten, längere Zeit bei einer Aufgabe zu bleiben
  • Koordinationsprobleme
  • schnelle Ermüdung beim Lernen

Reflexintegration ersetzt keine therapeutische, medizinische oder diagnostische Behandlung. Sie versteht sich als pädagogisch orientierte Begleitung und kann – je nach individueller Situation – ergänzend eingesetzt werden.